Max Akademie
Strasburg
21.09.2023

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! “ Vom Korn zum Brot“ Teil II Museumsmühle Woldegk

Nach einer gelun­genen Einfüh­rung in das Thema durch Marta Werner und Marion Reim beim Bauern­ver­band Uecker-Randow e.V., wollten wir die prak­ti­sche Seite im größeren Maßstab begut­achten und natür­lich auch Hand anlegen. Toralf Pfeiffer, der Mühlen­wart der Muse­ums­mühle Woldegk, war uns hierbei eine große Stütze. Harald Nitschke von der Raminer Agrar­pro­duk­tions- und Dienst­leis­tungs­GmbH stellte uns die notwen­digen Garben und auch gedro­schenen Weizen zur Verfü­gung. Ansonsten hätten die knapp zwei Stunden nicht ausge­reicht, um Mehl für „1 Brot“ als Ergebnis zu erhalten. Demnächst folgt Teil III mit der Ernäh­rungs­be­ra­terin Silke Wendt. Wir sind schon sehr gespannt! Im kommenden Jahr wollen wir wieder in der Muse­ums­mühle erfahren, wieviel Arbeit in einer Hand­voll Mehl steckt. Viel­leicht können zukünf­tige Besu­cher irgend­wann einmal die Mühle als Indus­trie­denkmal in Aktion bestaunen und die Abläufe beim Mahlen des Getreides live miter­leben. Wer aufhört zu Träumen, hat aufge­hört zu Leben.

Museumsmühle Woldegk
Das Ausgangsmaterial- Garben aus Ramin.
Richtungsweisende Worte!
Damit sich die Drescher nicht ins Gehege kamen, gab es Taktsprüche. Das Einfachste war die Zuweisung einer Zahl und dann 1 und 2, 1 und 2 ... Bei drei Dreschern konnte es dann zB. "Schnitt ins Brot" heißen. Unsere beiden Damen haben es auch ohne Spruch ganz ordentlich hinbekommen.
Nach dem Dreschen sahen die Garben nicht mehr so ordentlich aus und
unter dem Stroh lagen die Körner und Spelzen (Streu).
Nun galt es die Spreu vom
Weizen zu trennen.
Im Anschluss konnten die Körner
aufgesammelt und zur Weiterverarbeitung in die Mühle zu Müller Pfeiffer gebracht werden.
Das Stroh kam in einen Sack und
auch einige Mädels
wollten wohl mal eine Pause machen.
Jetzt waren Ausdauer, Kraft und Geschick verlangt, um die Körner aufzubrechen.
Am drehbaren Mühlstein fand ich das Mahlen am effektivsten.
Mit einem Mahlgang war es noch nicht getan.
Immer wieder musste das Getreide aufs neue zwischen die Mühlsteine.
Mutti Kathleen musste auch ran, getreu dem Motto "Wer essen will, muss auch arbeiten".
Eine weitere Möglichkeit war die "Fahrradmühle".
Sicher eine Erfindung der Neuzeit.
Das geschrotete Korn fiel in den Steinguttopf und
wurde durch den Müller (netterweise) mehrmals wieder in den Trichter geschüttet.
Der Mahlstein war die hohe Schule.
Nicht alle brachten die Geduld auf und kamen hier zu einem annehmbaren Ergebnis.
Zum Abschluss der Prozedur kam das gemahlene Getreide in ein Rotationssieb und nur ein ganz kleiner Teil fiel als Mehl in die darunter angebrachte Schublade.
Das Ergebnis von 90 Minuten anstrengender Arbeit durch 10 Kinder. Da die Dezimalwaage des Müllers nur im Kilobereich ausschlug, mussten wir das Gewicht schätzen. Die Hausfrauen lagen schon fast richtig, aber wegen Insiderwissen habe ich sie aus der Wertung genommen. Am weitesten entfernt von der Realität waren nach unten 64 Gramm und nach oben 1,4 Kilogramm als Schätzung.
387 Gramm war der Reingewinn unserer Anstrengungen. Sara war mit 260g schon ganz gut, aber Finja kam dem Ergebnis mit 500g um 14g näher.
In den letzten 20 Minuten bekamen die lieben Kleinen noch eine Führung durch die Mühle.
Toralf Pfeiffer erklärt hier die Notwendigkeit eines Fahrstuhles für Kornsäcke.
Pünktlich 15.50 Uhr sind wir dann nach Hause geritten. Vielen Dank an den Müller, der dann mit dem Aufräumen begann.